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Studium und Lehre
Beziehungen und „Familie“
In Filistan gibt es das rein gedankliche Konstrukt der Ehe nicht. Frauen und Männer vereinigen sich gleich welchen Status' und welcher „familiären“ Situation frei und wann immer das Bedürfnis besteht; dies ist gesellschaftlich erwünscht. Oftmals bildet sich zwar eine festere Beziehung zwischen Frau und Mann, die sich aber wegen der Unfähigkeit des Mannes, die Emotionen seiner zeitlich begrenzten Partnerin zu verstehen und zu akzeptieren. Die Liebe der Frau bezieht sich deshalb oft auf ihre Kinder, für die – nach einem bezahlten Mutterschaftsurlaub – mit 3 Jahren die obligatorische Schulpflicht beginnt. Das Kind bleibt seiner Mutter dennoch sehr eng verbunden. Die Mutter hat das Recht, zu arbeiten, oder doch lieber ihr Kind aufzuziehen – wobei die Schule obligatorisch ist. Die Kind – Mutter-Beziehung bleibt ein ganzes Leben bestehen. Oftmals wohnen die Kinder noch mit 40 oder 50 Jahren bei ihrer Mutter, ziehen aber normalerweise erst aus, wenn sie selbst Kinder gebären (Frauen) oder Militärdienst geleistet haben (Männer). Die Mutter hat jedoch, wenn das Kind erwachsen ist, jederzeit das Recht, dieses aus seiner Wohnung zu verbannen. Der Vater ist bei Kindern in aller Regel nicht bekannt und darf nur mit Einwilligung des Kindes festgestellt werden – und das darf erst geschehen, wenn es erwachsen ist. Oftmals gestaltet sich die Suche nach dem Vater aber sowieso als schwierig, weshalb die meisten davon absehen. Der Vater als solcher ist auch nicht wichtig – finanzielle Beziehungen zwischen Vater und Kind sind dank der perfekten sozialstaatlichen Absicherung auch gar nicht erst nötig – und die gefühlsarmen Männer kümmern sich sowieso nicht um ihre Vatergefühle. |